29 Okt

Piqd Podcast Interview: ‚Migration ist der Normalfall‘

Auf piqd durchforsten über 100 kluge Köpfe das Netz nach den besten Inhalten. Hier kommen sie zu Wort und versorgen euch mit einem „Best Of“ ihrer Themen der vergangenen Wochen – und der Zukunft – zum Nachhören!

Link zum Podcast

Flüchtlingsforschung ist eine multidisziplinäre Sache: Urban Studies, alle Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Mediziner, Psychologen uvm. ziehen an einem Strang und bringen ihre Expertise ein. Dabei geht es immer auch um Konkrete Hilfe und Verbesserung der Situation. Olaf findet:

„Eine Forschung, die sich nicht bemüht, Leiden zu vermindern, ist es eigentlich nicht wert, betrieben zu werden.“

Daher versuchen die Mitglieder des Netzwerks Flüchtlingsforschung auch, sich in öffentliche Debatten einzuschalten.

Die Forschung zeigt: Die Leute fliehen aufgrund der Situation an ihrem Wohnort, nicht, weil Einladungen von Bundeskanzlerinnen winken. Der Normalfall ist eigentlich, dass Leute versuchen, in ihrer Herkunftsregion einen sicheren Ort zu finden. Warum der Türkei-Deal in Europa nicht wirklich umsetzbar ist und warum wir nicht nach dem „australischen Modell“ verfahren können – diese und andere Fragen erörtert Olaf in der siebten Folge des piqd Podcasts.

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11 Aug

2. Forschungsbericht zu ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit (EFA 2) ist erschienen: Auswertung des ‚Sommers des Willkommens‘ 2015

Im Anschluss an den „Sommer des Willkommens“ des letzten Jahres, der durch ein nie zuvor gesehenes Engagement für Geflüchtete gekennzeichnet war, wurden im Rahmen der zweiten bundesweiten EFA-Studie 2.291 Personen online befragt, die sich ehrenamtlich in der Arbeit mit Geflüchteten engagieren.

Die Ergebnisse dieser zweiten nicht repräsentativen Stichprobe geben in Verbindung mit denen der ersten Studie EFA 1 (Erhebung 2014, Veröffentlichung 2015) wichtige und einzigartige Einblicke in die Dynamiken, Entwicklungen und strukturellen Veränderungen der Bewegung der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland.

Studienleitung:
Dr. Serhat Karakayali, BIM, HU Berlin
Dr. J. Olaf Kleist, IMIS, Universität Osnabrück

Hier finden Sie die Pressemitteilung: BIM-PM EFA2

Hier finden Sie die komplette Studie: BIM-Studie EFA2

19 Jun

New position: Project coordinator of BMBF Cooperation Project ‚Refuge – Research & Transfer‘ at IMIS, Osnabrück

I am delighted to announce that starting June 2016 I am the project coordinator of the new Cooperation Project ‚Refuge – Research & Transfer. Refugee Studies in Germany‘ funded by the Federal Ministry of Education and Research at IMIS, University of Osnabrück and BICC, Bonn. Over the next two years we will document the state-of-the-Art of Refugee Studies on central issues of refugee research and identify relevant gaps and future research questions regarding refugees and refugee policies.

19 Jan

Article ‚Remembering for Refugees in Australia‘ now free access as show-case of Journal of Intercultural Studies

I am very honoured that my article Remembering for Refugees in Australia: Political Memories and Concepts of Democracy in Refugee Advocacy Post-Tampa, published in Volume 34 Issue 6 (2013) of the Journal of Intercultural Studies (JIS) has been chosen as one of ten articles for a Virtual Special Issue to showcase research about refugees and asylum seekers published in JIS.

All ten articles are free to access here.

My article is available free of charge here.

11 Jan

‚Was kann Flüchtlingsforschung leisten?‘ Beitrag in Forschung&Lehre und auf Wissenschaftsmanagement Online

Was kann Flüchtlingsforschung leisten?
Perspektiven und Herausforderungen eines nicht nur aktuellen Forschungsfeldes

Angesichts anhaltender Debatten um Flüchtlinge und eine oft unklare Asylpolitik wird immer wieder gefragt, was die Wissenschaft zu diesen gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen kann. Einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion könnte eine empirische und unabhängige Migrations- und Flüchtlingsforschung leisten. Doch gerade hier müsste dringend nachgebessert werden.

Abrufbar unter auf http://www.wissenschaftsmanagement-online.de
Zuerst erschienen in Forschung&Lehre 23, 01/1016.

 

07 Jan

‚Volunteers and Asylum Seekers‘ with S. Karakayali in Forced Migration Review

In the current issue of Forced Migration Review ‚Destination Europe‘ Serhat Karakayali and I discuss the role of volunteers in the European refugee crisis.

Volunteers and Asylum Seekers

People in communities where asylum seekers and refugees have appeared offered various forms of support to the new arrivals as states failed to provide even the essentials.

The article is available free of charge at

http://www.fmreview.org/destination-europe/karakayali-kleist

 

 

13 Dez

Call for Papers: ‚Volunteering for Refugees‘ for panel at IASFM Conference 2016

Panel at the IASFM 2016 Conference, Poznan, Poland, 12.-15. July 2016
http://iasfm.org/iasfm16/

 Call for Papers as pdf

Voluntary work to help the displaced, often born out of local emergencies and political convictions, has a long tradition. Organised in projects or initiatives, in small groups of friends or as individuals, people have devoted their spare time to assist refugees and migrants. In the current humanitarian refugee crises, volunteers have taken on crucial roles from feeding and sheltering to smuggling and integrating refugees. In Europe, volunteers have engaged with asylum seekers all across the continent, from the Greek and Italian islands, along the Balkan route into Austria and Germany to Scandinavia, France and the UK. Beyond Europe, volunteers assist refugees in humanitarian crises all over the world, from Asia and Australia to the Middle East and Africa, to the Americas. Their engagement is not only important to refugees but a contribution to civil society and democracy in the receiving countries.

While professional humanitarian aid work is increasingly being examined in Refugee Studies, volunteering work for and with refugees has received very little attention.  Yet, various particular aspects are of concern here:

–       What motivates volunteers to work with and for refugees?

–       Who are the volunteers and how are they organized?

–       What effect does volunteering have on refugees’ lives?

–       How does volunteering for refugees relate to civil society, democracy and the integration potential of refugees receiving countries?

–       What impact does volunteering have on refugee policies and the role of the state in refugee protection?

–       How do volunteers relate to established aid organisations and other civil society actors?

 

We are looking for papers addressing these and other aspects of volunteering work for and with refugees from any discipline and from any region. We are particularly interested in empirically based considerations about methodological and conceptual approaches to this new area of research.

 

Please send abstracts for a 15-20 minute presentation and a brief autobiographical note to the organiser of the panel by 15 January 2016: email hidden; JavaScript is required

 

13 Dez

„Wir mischen uns in die Flüchtlingskrise ein“ Beitrag auf Zeit Online mit Claudia Engelmann und Ulrike Krause

„Die meisten Forscher schweigen zur Flüchtlingskrise“, schrieb Ali Aslan Gümüsay Ende November auf ZEIT ONLINE. Das stimmt nicht. Flüchtlingsforschung kann einen sehr wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion über Flüchtlinge leisten. Und entgegen vielfacher Behauptungen tut sie das auch. Man möge ein Radio- oder Fernsehprogramm einschalten oder eine Tageszeitung aufschlagen und findet immer Vertreter aus der Wissenschaft, die die aktuelle Flüchtlingskrise kommentieren. Forscher und Forscherinnen werden zunehmend von Medien und Politik direkt angefragt und mischen sich auch proaktiv in die aktuelle Debatte ein. Dabei darf die Wissenschaft allerdings nicht als eine Politikberatung missverstanden werden. Forschung muss unabhängig sein und kann gerade dadurch ihre Relevanz behaupten.
…“
Unter dem Titel „Wir mischen uns in die Flüchtlingskrise ein“ erläutere ich mit Claudia Engelmann und Ulrike Krause auf ZEIT ONLINE was die Flüchtlingsforschung kann, was ihre Grenzen sie und was sie braucht.
 
01 Okt

‚Warum weit weniger Asylbewerber in Europa sind, als angenommen wird: Probleme mit Eurostats Asylzahlen‘ – Beitrag in der aktuellen ZAR

In der aktuellen Ausgabe der ZAR – Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik argumentiere ich, dass aufgrund von Doppelzählungen die tatsächliche Anzahl von Asylbewerbern in Europa 1/4 bis 1/3 niedriger liegt als von Eurostat offiziell angegeben wird.

‚Warum weit weniger Asylbewerber in Europa sind, als angenommen wird: Probleme mit Eurostats Asylzahlen‘,
ZAR – Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik, 9/2015, 294-299.

Angesichts steigender Zahlen an schutzsuchenden Migranten in Europa und der flüchtlingspolitischen Diskussion um Verantwor-tungsverteilung und Quoten zur Aufnahme von Asylbewerbern sind Statistiken zu Asyl in Europa ein wichtiger Gegenstand öf-fentlicher Diskussionen und Instrument politischer Gestaltung. Doch die Zahlen, die vom europäischen Statistikamt Eurostat hierzu bereitgestellt werden, sind problematisch. Zum einen gibt es wenig Transparenz und damit wenig öffentliches Verständnis bezüglich der Ungenauigkeiten, die sich in der Erhebung durch uneinheitliche Definitionen und bei der Interpretation der Daten ergeben. Zum anderen kommt es bei der Zusammenstellung der Daten zu Doppelzählungen von Asylanträgen, wodurch die An-zahl an Asylbewerbern viel höher scheint als sie tatsächlich sind. Ich zeige auf, wie es zu diesen Doppelzählungen kommt und wie jene aus den Statistiken grob herausgerechnet werden können. Für diese Korrektur verwende ich in einem Ansatz Eurostats eige-ne Angaben und schlage dann eine alternative Annährung mit Eurodacs Daten vor. Mit bereinigten Daten komme ich zu dem

Schluss, dass die Asylbewerberzahlen in Europa 2014 rund ein Viertel und 2013 sogar ein Drittel niedriger waren, als von Eu-rostat offiziell berichtet wurde. Für ein gemeinsames europäi-sches Asylsystem, argumentiere ich abschließend, ist eine zentrale und transparente Erhebung der Asylzahlen notwendig.