01 Okt

‘Warum weit weniger Asylbewerber in Europa sind, als angenommen wird: Probleme mit Eurostats Asylzahlen’ – Beitrag in der aktuellen ZAR

In der aktuellen Ausgabe der ZAR – Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik argumentiere ich, dass aufgrund von Doppelzählungen die tatsächliche Anzahl von Asylbewerbern in Europa 1/4 bis 1/3 niedriger liegt als von Eurostat offiziell angegeben wird.

‘Warum weit weniger Asylbewerber in Europa sind, als angenommen wird: Probleme mit Eurostats Asylzahlen’,
ZAR – Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik, 9/2015, 294-299.

Angesichts steigender Zahlen an schutzsuchenden Migranten in Europa und der flüchtlingspolitischen Diskussion um Verantwor-tungsverteilung und Quoten zur Aufnahme von Asylbewerbern sind Statistiken zu Asyl in Europa ein wichtiger Gegenstand öf-fentlicher Diskussionen und Instrument politischer Gestaltung. Doch die Zahlen, die vom europäischen Statistikamt Eurostat hierzu bereitgestellt werden, sind problematisch. Zum einen gibt es wenig Transparenz und damit wenig öffentliches Verständnis bezüglich der Ungenauigkeiten, die sich in der Erhebung durch uneinheitliche Definitionen und bei der Interpretation der Daten ergeben. Zum anderen kommt es bei der Zusammenstellung der Daten zu Doppelzählungen von Asylanträgen, wodurch die An-zahl an Asylbewerbern viel höher scheint als sie tatsächlich sind. Ich zeige auf, wie es zu diesen Doppelzählungen kommt und wie jene aus den Statistiken grob herausgerechnet werden können. Für diese Korrektur verwende ich in einem Ansatz Eurostats eige-ne Angaben und schlage dann eine alternative Annährung mit Eurodacs Daten vor. Mit bereinigten Daten komme ich zu dem

Schluss, dass die Asylbewerberzahlen in Europa 2014 rund ein Viertel und 2013 sogar ein Drittel niedriger waren, als von Eu-rostat offiziell berichtet wurde. Für ein gemeinsames europäi-sches Asylsystem, argumentiere ich abschließend, ist eine zentrale und transparente Erhebung der Asylzahlen notwendig.

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